Mit Kopfhörern Live-Musik erleben. Auf der Summer Stage im Jugendpark
KategorienPersönliches

Mein erstes Kopfhörer-Konzert auf der Summer Stage im Jugendpark

Schon irgendwie phänomenal, wie sich das Leben manchmal überlegt, dich vom Gegenteil zu überzeugen. Diese in den letzten Jahren aufkommenden „Silent Konzerte“ oder Discos haben nie wirklich mein Interesse geweckt. Als dann klar war, dass das Maxim Releasekonzert für seine neue Platte „Grüne Papageien“ auf der Summer Stage mit Kopfhörern stattfinden wird, hatte ich noch keine dezidierte Meinung zu der Sache. Im Gegenteil. In erster Linie bin ich ja zum Fotografieren da, bekomme von Konzerten dann sowieso verschwindend wenig mit. Sah mich also schon nur mit Maske durch die Gegend laufen und absolut gar nichts mitbekommen.

Aber jemand hatte etwas dagegen. Also konnte ich nicht wiederstehen, als Max von den Kulturschaffnern, die das Format Lagerfeuer Deluxe veranstalten, während des Soundchecks zu mir sagte: „Willst Du schonmal deinen Kopfhörer?“ Ich willigte ein. Denn selbst neben der Bühne hört man abgesehen vom Schlagzeug wirklich fast gar nichts. Keinen Gesang, keine Gitarre, nichts. Umso größer war meine Überraschung.

Kopfhörer Konzerte: Erstaunlich gut!

Kaum hatte ich die Dinger also auf dem Kopf, war ich wirklich überrascht. Auf einmal hat man das Gefühl, man wäre mitten drin. Bekommt auf einmal alles mit. Ich wollte wissen, wie gut es ist und fing an mich etwas über das Gelände zu bewegen. Wer viel übers Gelände geht, hat definitiv den ein oder anderen Knackser im Sound. Wer aber auf einem Platz sitzt, bekommt davon nichts mit. Auch wenn Maxim später während des Konzerts, diese blauen und grün-leuchtenden Punkte in der Dämmerung des Jugendparks eher als futuristisch beschrieb, das Erlebnis als Zuschauer war verrückt.

Nicht zu vergleichen mit einem „klassischen“ Konzert. Aber auch nicht unbedingt schlechter: Einfach anders. Trifft es wahrscheinlich wirklich am besten. Und ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen würde. Aber irgendwie hatte es was.

An seinem festen Platz sitzen zu können. Bedient zu werden, wenn das Kölsch mal wieder leer ist. Und gleichzeitig auch noch rauchen zu können, ohne dass es jemanden stört, ist wirklich anders. Ich möchte ganz und gar nicht behaupten, dass es gut ist, dass es dieses Corona-Dings gibt, aber ohne die daraus resultierenden Einschränkungen hätte ich dieses Erlebnis wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre nicht gehabt. Außer jemand hätte mich für die fotografische Dokumentation eines „Silent Konzerts“ gebucht. Haha.

Wer wissen will, wie es so auf den Kopfhörern vor der Summer Stage aus Köln geklungen hat, kann beim Deutschlandfunk einen Mitschnitt vom ganzen Konzert nochmal nachhören.

Die Summer Stage im Jugendpark

Damit beweist auch das Team um die Summer Stage, dass es vielleicht einfach manchmal neue Konzepte geben muss. Den Sonnenuntergang hinter der Bühne, eine laue Sommernacht am Rhein. Viele Dinge, die eine klassische Konzert-Venue eben auch einfach nicht bieten kann. Lediglich das etwas langweilige Lichtkonzept gibt’s da aus meinen sehr fotografisch und visuell erzogenen Augen zu bemängeln. Aber hej, irgendwas ist ja immer.

Ein kleines Highlight am Rhein

Ich möchte jetzt nicht angeben, aber gewisse Privilegien, wie ein Backstage Pass, können ganz besondere Momente ermöglichen. Den Sonnenuntergang hinter dem Dom, die Lichter des Schiffsverkehrs und Maxim auf den Ohren, während im Rücken das Schlagzeug von der Bühne wummert, ist der etwas besondere Moment gewesen. Dinge, die auch erst mit Kopfhörern so richtig funktionieren.

Der Blick auf den Rhein mit der Summer Stage im Rücken
Blick auf den Rhein hinter der Summer Stage mit den Kopfhörern auf dem Kopp

Wer’s auch mal ausprobieren möchte, checkt das Programm der Summer Stage, solange das Wetter und die Saison noch mitspielt. Sucht Euch was raus und probierts aus. Allein der Aperol Spritz Schankwagen ist ein Besuch wert 😉 Kann mir jedenfalls vorstellen, dass sich jeder Musiker freut, der endlich mal wieder auftreten kann. Besser als ein Autokonzert auf jeden Fall. Wobei das habe ich auch noch nicht ausprobiert, aber die sind ja auch jetzt schon wieder out. Worum das wohl liegen mag..

PS: Maxim’s neues Album „Grüne Papageien“ mit kleiner Liebeserklärung an die Stadt Köln gibt’s seit Freitag überall, wo es gute Musik gibt. Oder Ihr guckt hier auf Amazon oder Spotify vorbei.

PPS: Mehr Bilder vom Abend und dem Konzert gibt’s drüben auf meinem fotografischen Portfolio.

Veröffentlicht von Ben

Ich bin Ben und ich bin 1990 in Köln geboren. Seit 2015 lebe und arbeite ich als Fotograf und Fotoblogger in Köln. Seit 2016 betreibe ich mein eigenes Fotostudio als Büro, Kreativort und Treffpunkt für Fotografie-Liebhaber. Ich fotografiere Reportagen und Portraits. Überwiegend von Künstlern und Marken. Hinweis: Dieser Blog wird klimaneutral in Deutschland gehostet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.